Können wir uns das Autofahren bei den fortwährend steigenden Benzinpreisen überhaupt noch leisten? Wie wäre es mit einem Rohölpreis von 25 $ pro Faß (159 Liter)? Oder gar nur einem Zehntel davon? Utopie, sagen Sie? Ganz und gar nicht. Dazu müssten wir einfach nur eine Zeitreise unternehmen, nämlich in das Jahr 2002, als wir über einen Benzinpreis von 99 Cent stöhnten. 1960 lag der Markt fürs Öl sogar bei nur 2,5 $, und die Tankstelle wollte 40 Pfennige für den Liter haben.
Heute sieht das Ganze ein wenig düsterer aus, denn allein von Januar 1999 bis zum Sommer 2005 hat sich der Benzinpreis glatt versiebenfacht. Diese nüchterne Zahlenspielerei treibt uns das Grauen in den Nacken und stellt besorgt die Frage in den Raum, woran das denn nun liegen mag. Immerhin ist in der Vergangenheit der Preis auch hin und wieder mal deftig in die Knie gegangen. Wann wird es endlich mal soweit sein, dass wir wieder günstig tanken können?
Die USA im Irakkrieg, terroristische Anschläge in den Förderländern, durch Hurrikans platt gemachte Bohrinseln im Golf von Mexiko und das Hinlangen der USA auf unseren Märkten sind temporäre Gründe für knackige Preise. Aber auch die langfristige Ursache, dass das schwarze Gold immer weniger wird, tut sein Eigenes dazu. Darüber hinaus spielt auch eine gewisse Angst mit, denn dass die Industriestaaten vom Öl abhängig sind, steht außer Zweifel. Seit 2003 geht es mit den Preisen steil bergauf, und eine Tabelle über die Entwicklung der Rohölpreise liefert uns einen pelzigen Vorgeschmack auf zukünftige Entwicklungen. Doch nicht nur die Autofahrer und Wohnungsheizer müssen ihr Portemonnaie auf den Kopf stellen, auch der Bundesrepublik geht es an die Groschen (Cent), denn was fürs Erdöl ausgegeben wird, verflüchtigt sich aus unserer Volkswirtschaft. Schließlich haben wir keine eigenen Ölquellen. Daraus resultiert ein Minus für Investitionen, und die Kaufkraft wird auch geschmälert. Dass es den Verbrauchern - nicht erst seit kurzem - ernst ist mit dem Sparen, zeigt die Tatsache, dass der Benzinverbrauch von 1999 bis 2003 um 15,4 %, und bis 2005 gar um 22,4 % sank.
Historie steigender BenzinpreiseGründe für Preissteigerungen haben wir bereits belichtet. Tabellarisch liest sich das so:
1999 z. B. beschloss die OPEC deutliche Förderkürzungen. Obendrein wollten sich diese Erdöl exportierenden Länder ein stabiles Einkommen sichern und führten eine Marge ein, indem sie ein Preisband von 22 bis 28 Dollar pro Barrel kreierten. Folge: Die Weltmarktpreise flutschten für das Fass von 10 auf 25 Dollar nach oben.
2000 begann die steigende Nachfrage, so dass sich der Preis trotz viermaligen Anhebens der Fördermenge bei über 30 $ einpendelte.
2003 verursachte der in die Gänge kommende Irakkrieg Nervosität. Außerdem versickerten die Öllagerbestände in den USA. Da die OPEC außerdem eine gewisse Gier an den Tag legte, wurde der Preis pro Fass Rohöl im Jahresmittel auf über 28 $ festgemacht.
2004 pfiff die USA energiemäßig immer noch auf dem letzten Loch, und die OPEC drehte die Daumenschrauben noch ein wenig mehr zu. Als ob das nicht genug wäre, schaute sich nun China, wie aus einem Dornröschenschlaf erwacht, auf dem Weltmarkt um. Das Tüpfelchen auf dem i besorgten die Spekulanten, die dem Treiben bis dahin offenbar tatenlos zugesehen hatten. Die Folge: Neue Höchststände wurden geboren, und Preise von über 50 Dollar/Barrel wurden zur Gewohnheit.
2005 waren die Spekulanten auf den Geschmack gekommen. Fonds und Großinvestoren wurstelten mit Ölkontrakten herum. Die horrenden 50 $ pro Fass aus dem Vorjahr mussten nun gar als Schnäppchen angesehen werden, und die Zeiten billigen Öls waren da schon Nostalgie. Offenbar hatte auch Petrus Spaß am Mitmischen, so dass er mit den Hurrikans Katrina und Rita die Förderplattformen im Golf von Mexiko lahm legte. Danach wurde es bis November erst einmal ruhig, und der Preis sank ein wenig.
2008, das Jahr der Rezessionssorgen und Milliardenverluste, begann mit einem Crash der Aktienmärkte. Das zog die Ölpreise keineswegs mit in den Keller, denn hier wurden Höchstpreise von erstmals über 100 Dollar/Barrel gesetzt.
Aber was muss den passieren, damit es endlich wieder billig wird? So was wie 1998, als eine Ölschwemme ein Bröckeln der Ölpreise verursachte. Ach, wie wäre es so schön, wenn das OPEC-Kartell sich wieder einmal in der Wolle läge, wie 1998. Die zeitgünstig auf den Plan tretende Asienkrise verursachte riesige Lagerbestände an Rohöl und Mineralölprodukten. Ende 1998 war so ein Fass Rohöl für 10 Dollar zu haben.
Den 11. September von 2001 indes wollen wir nicht noch einmal erleben, auch wenn der Ölverbrauch trotz einer sich anbahnenden rezessiven Stimmung und den Terroranschlägen spürbar einbrach. Wie auch immer, der Preis von 17 $ pro Barrel mutet heute wie eine Verramschung an.
2006 wurden wieder schwere Hurrikans befürchtet. Diese blieben aus, denn Petrus hatte keinen Bock auf solche Spielchen. Obendrein kehrte Ruhe in Nahost und im Iran-Konflikt ein. Befürchtungen, der Rohölpreis könnte sich bei 100 $ einpendeln, zerbröckelte, genauso wie der Ölpreis. Die OPEC musste einschreiten, wollte sie nicht am Hungertuch knabbern. Mit einem Drosselung der Fördermenge blockte sie das weitere Absinken der Ölpreise.
Mineralölsteuer - Benzinpreistreiber Was die Preise außerdem unangenehm beeinflusst sind Steuererhöhungen. So wird die Melkmaschine in Berlin nicht müde, ständig neue Zitzen anzuzapfen. Mineralölsteuererhöhung, Mehrwertsteuererhöhung, Ökosteuereinführung, und das alles ungeachtet der Tatsache, dass wir Deutschen auch ohne diese Steuern mit den höchsten Spritpreis in Europa haben. Wie könnten die Zapfer auch auf die Idee kommen, die Steuern Preis regulierend einzusetzen, wo es doch so praktisch ist, damit die Kassen zu füllen. Zwischen 1989 und 1994 erhöhte das Dream Team CDU/CSU und FDP die Benzinsteuer allein um 50 Pfennige, ohne dass dafür ein Ausgleich geschaffen wurde und die Bürger etwas davon hatten. Als die Konkurrenz dann aber die Ökosteuer ins Leben rief, wurde die nun zur Opposition degradierte Riege nicht müde, wegen hoher Preise eine Aussetzung zu verlangen. Immerhin sanken aber die Lohnnebenkosten, ein Absenken der Rentenversicherungsbeiträge wird mit der Ökosteuer finanziert.
Wer sich über den Spritpreis grämt, hat mehrere Möglichkeiten, dem entgegen zu wirken. Entweder, er steigt in einen Ölfonds ein und erfreut sich an steigenden Anteilen, wenn die Tankstellen teurer werden. So lässt sich ein Ausgleich für hohe Spritpreise schaffen, beeinflusst diese jedoch auch in die falsche Richtung. Oder er spart Energie. Das ist mit verbauchsgünstigen Fahrzeugen hinzukriegen, mit energiesparender Fahrweise, Fahrgemeinschaften und mit einem Spaziergang durch die frische Luft, anstatt mit dem Vehikel mal kurz um die Ecke zu fahren - wegen einer Packung Kippen.
Rauchen ist eh ungesund!
Benzinpreis: Steigende Benzinpreise. Können wir uns das Autofahren bei den fortwährend steigenden Benzinpreisen überhaupt noch leisten?
Tags: Benzinpreise, Ölpreis, Autofahren, Spritpreis, Öl, Rohöl, Mineralölsteuer
| 
| Steigende Benzinpreise. Können wir uns das Autofahren bei den fortwährend steigenden Benzinpreisen überhaupt noch leisten?
Weitere Themen
 - Sofortkredit - Eilkredite - Geldanlage in Gold - Ökofonds - Optimale Geldanlagen
Informationen
 - Über uns - Impressum

|